Hinweis für Neulinge im Sitzungsgeschäft: Vorher geht es dir eher schlecht.

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Hinweis für Neulinge im
Sitzungsgeschäft: Vorher geht es dir eher schlecht.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit
meiner spirituellen Anfänge. Damals fand ich Leute, die heilen oder
beraten konnten, so faszinierend. Ich stellte mir vor, dass es ganz
wundervoll sein müsste, so jemand zu sein, jemand, der anderen
wirklich helfen kann.
Später, wenn man in seiner Entwicklung
als Heiler oder Berater viel weiter ist, kommt da schon auch ein
wenig Ernüchterung auf. Und dann kommen die allerersten Sitzungen.
Die laufen dann meistens so:
Du bist unglaublich aufgeregt und
freust dich ganz Doll auf deine bevorstehende allererste Sitzung.
Du verbringst Stunden damit, alles zu
putzen, aufzubauen und zu dekorieren, machst dir ganz viele Gedanken
darüber, wie du alles noch schöner und noch viel besser gestalten
kannst, baust dir einen wundervollen Altar auf, lässt den Raum
lieblich duften und hast vielleicht vier Stunden lang vorbereitet für
ein zehnminütiges Besprechen – und dann kommt die Klientin nicht.
Oft sagt sie nicht einmal ab.
Einige Schüler haben mir berichtet,
dass sie solche Erlebnisse mehrfach hintereinander hatten. Lasse dich
davon nicht beirren. Das sind sozusagen die Geburtswehen deiner neuen
Aufgabe. Das geht vorüber.
Der nächste Schritt sieht dann so aus:
Diesmal hast du eine richtige Sitzung
vor dir, eine Heilung oder eine Beratung – und du fühlst dich
schlecht.
Du fühlst dich soooo müde, so
schwach, so verwirrt oder sonst wie in einer Weise, die dir den
Eindruck vermittelt, heute könntest du gar keine Sitzung geben.
Mache nur nicht den Fehler, die Sitzung dann abzusagen, denn beim
nächsten Mal wirst du dich ganz genauso fühlen. Du wirst fast dich immer
so fühlen vor Sitzungen – außer, wenn deine Klienten dich
versetzen, dann nicht.
In diesem Sinne kannst du deinen
eigenen Zustand als Richtmaß dafür nehmen, ob die Klienten wirklich
kommen oder nicht.
Aber woran liegt denn das?
Es verhält sich folgendermaßen: Die
Menschen, die zu dir kommen in die Sitzung, fühlen sich schlecht.
Nicht immer natürlich, nur an diesem Tag, denn sonst würden sie ja
gar keine Sitzung brauchen. Eine Heilung bucht, wer krank ist und
eine Beratung bucht, wer ein Problem hat. Weder sind sie schlechte
Menschen, noch leben sie immer in einer schlechten Energie. Aber
heute ist dem so. Sie sind krank, depressiv, haben Angstzustände,
Trauer oder anderes Leid. Sie hoffen auf dich!
Vor der Sitzung ziehen sie sich zuhause
ihren Mantel an und sind in Gedanken bereits bei dir: „Wie sie wohl
ist, die Heilerin? Ob ich da rauchen darf? Hoffentlich sagt sie mir
nicht, dass ich vegetarisch leben soll. Ein wenig Angst hab ich ja
schon vor ihr…“
Solche und andere Gedanken gehen den
Klienten durch den Kopf, während sie sich bereit machen und dann auf
dem Weg zu dir sind.
Ohne dass es ihnen bewusst ist und auch
ohne dass sie etwas dagegen tun könnten, senden sie ihre Energie
bereits in deine Richtung. Diese Energie ist aber an diesem heutigen
Tage leider niedrig und nicht besonders angenehm.
Wenn du eine gute Heilerin oder
Beraterin bist also eine, die ihr Ego abgebaut hat, die voller Liebe
für ihre Mitmenschen ist und empfänglich für deren Nöte, dann
kommen diese Energien auch bei dir an. Was du da fühlst, ist die
Schwere und die Schwäche, mit der deine Klienten gerade geschlagen
sind.
Es gibt auch „Heiler“, die sind so
umgeben von ihrem Dünkel, ihrem Macht Ego und ihrer
Selbstgerechtigkeit, dass da gar nichts bei ihnen ankommt. Alles
prallt an ihrer Ego-Betonwand ab. Aber diese Leute können anderen
auch nicht helfen. Bist du warmherzig und aufrichtig, meinst du es
wirklich gut mit deinen Klienten, dann fängt deine Seele ihre
verzweifelten Funksprüche auf.
Selbst wenn wir das gar nicht wollen,
weil es nicht wirklich hilfreich ist, können wir es nicht
verhindern. Die unguten Gefühle vor der Sitzung gehören einfach
dazu. Sie vergehen meistens schon in den ersten zehn Minuten der
Sitzung und anschließend geht es dir wieder gut.
Natürlich gibt es auch Heilerinnen,
die mir gesagt haben: „Ich verstehe das gar nicht, ich bekomme in
den Sitzungen so viel Energie, dass ich hinterher ganz aufgeladen
bin“. Vorsicht vor solchen Heilern. Ich habe mehrere davon
ausprobiert. Ihnen ist nicht klar, dass sie die Energie von ihren
Klienten ziehen, denen sie immer nur ihren Stempel aufdrücken, statt
sie wirklich zu unterstützen. Sie wissen noch gar nicht, was
wirkliches Heilen und Helfen ist.
Mach dir nichts draus. Sicherlich hat
dir kein Lehrer gesagt, dass es eine reine Freude ist, Heilerin oder
Beraterin zu sein. Es ist ein schöner Beruf voller wundervoller
Erfahrungen und Gottesnähe, aber eben auch in beständiger Nähe zum
Leid der Menschen. Nicht unsere Schwäche oder die Sucht nach
Bequemlichkeit hat das so gewählt, sondern die Liebe in uns.Ich wünsche Euch eine wundervolle Zeit
www.feuerfee.com

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